Stand der Recherche und der Anleitungen: 30. September 2026
Das Handy klingelt. Auf dem Display steht eine Nummer aus dem Ausland, die Sie nicht kennen. Sie lassen es klingeln. Wenig später kommt der nächste Anruf, diesmal mit einer anderen Vorwahl. Irgendwann fragt man sich, ob man etwas Wichtiges verpasst oder ob jemand versucht, einen hereinzulegen.
Wenn Sie ständig Anrufe aus dem Ausland bekommen, lässt sich die Ursache nicht allein an der Nummer erkennen. Es kann ein wirklicher Anrufer sein, aber auch ein automatisches Wählprogramm oder ein Betrugsversuch. Eine ausländische Vorwahl ist für sich genommen kein Beweis für Betrug.
Wenn Sie keinen solchen Anruf erwarten, müssen Sie nicht abheben und auch nicht zurückrufen. Haben Sie bereits angenommen und verlangt jemand Geld, vertrauliche Daten oder eine Installation, beenden Sie das Gespräch. Eine angebliche Nachricht Ihrer Bank oder eines Unternehmens prüfen Sie anschließend über einen Kontaktweg, den Sie selbst kennen.
Warum rufen mich ständig ausländische Nummern an?
Bei wiederholten unerwünschten Anrufen geht es häufig darum, viele Menschen mit möglichst wenig Aufwand zu erreichen. Die Bundesnetzagentur erhielt 2025 insgesamt 85.158 Beschwerden zum Rufnummernmissbrauch. Belästigendes Anrufverhalten gehörte zu den häufigsten Themen. Diese Zahl umfasst allerdings auch SMS und andere Fälle. Sie zählt weder ausschließlich Auslandsanrufe noch ausschließlich Betrugsopfer. Das erläutert die Bundesnetzagentur in ihrer Mitteilung vom Februar 2026.
Es klingelt immer wieder, aber niemand spricht
Callcenter können viele Nummern gleichzeitig von einem Computer anwählen lassen. Nimmt jemand ab, obwohl gerade kein Mitarbeiter frei ist, bleibt die Leitung still oder der Anruf endet. Die Bundesnetzagentur erklärt dieses belästigende Anrufverhalten anhand solcher automatischen Wählprogramme.
Hinter einem Gespräch kann auch Werbung stecken. Werbeanrufe bei Verbrauchern setzen grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung voraus. Sie müssen sich nicht auf ein Verkaufsgespräch einlassen. Hinweise dazu gibt die Verbraucherzentrale zu unerwünschter Telefonwerbung.
Eine Bandansage behauptet, dass Geld abgebucht wird
Eine Computerstimme nennt beispielsweise PayPal oder Amazon und kündigt eine hohe Zahlung an. Um sie zu verhindern, sollen Sie eine Taste drücken. Die Verbraucherzentrale berichtet auch 2026 von dieser Masche. Die Ansage soll Sie in ein Gespräch verwickeln, in dem Sie zu weiteren Handlungen gedrängt werden.
Legen Sie auf, ohne eine Taste zu drücken. Öffnen Sie bei Bedarf die echte App selbst und prüfen Sie dort Ihr Konto. Eine fremde Stimme am Telefon beweist keine Abbuchung. Die Warnung vor falschen Amazon- und PayPal-Anrufen beschreibt auch ähnliche Anrufe im Namen von Polizeibehörden.
Ein kurzer Anruf soll einen Rückruf auslösen
Bei einem sogenannten Ping-Anruf klingelt es nur kurz. Wer die unbekannte Nummer aus Neugier zurückruft, kann bei einer teuren Verbindung landen. Eine Ansage versucht mitunter, das Gespräch in die Länge zu ziehen. Entscheidend ist hier der Rückruf, nicht die bloße Anzeige eines verpassten Anrufs.
Die Bundesnetzagentur warnt weiterhin vor solchen Lockanrufen. Für bestimmte Auslandsvorwahlen gibt es im Mobilfunk kostenlose Preisansagen. Verlassen Sie sich aber nicht darauf, dass jede teure Verbindung so angekündigt wird. Auch eine gewöhnliche Auslandsnummer kann außerhalb Ihrer Flatrate liegen.
Die angezeigte Nummer muss nicht zum Anrufer gehören
Bei einer manipulierten Rufnummer wird auf dem Display eine andere Nummer angezeigt als die tatsächliche Identität des Anrufers vermuten lässt. Der Fachbegriff dafür lautet „Caller-ID-Spoofing“. Deshalb beweist weder eine ausländische Vorwahl den Aufenthaltsort noch eine bekannte deutsche Nummer die Vertrauenswürdigkeit des Gesprächs. Die Bundesnetzagentur erläutert die Rufnummernmanipulation und die Schutzmaßnahmen der Telefonanbieter.
Natürlich kann sich hinter einer ausländischen Nummer auch ein Hotel, ein Unternehmen oder ein Bekannter mit einer ausländischen SIM-Karte verbergen. Erwarten Sie einen solchen Kontakt, berücksichtigen Sie das. Bei Unsicherheit lässt sich die Sache über die bereits bekannte Telefonnummer oder die offizielle Website des Unternehmens klären.
Woher haben die Anrufer meine Telefonnummer?
Das lässt sich im Einzelfall meist nicht feststellen. Die Verbraucherzentrale hält es bei den falschen Zahlungsanrufen für wahrscheinlich, dass viele Nummern auf gut Glück angewählt werden. Daneben kommen öffentlich zugängliche Nummern oder Daten aus früheren Datenlecks infrage. Sie müssen nicht einmal ein Konto bei dem genannten Unternehmen besitzen.
Solche Anrufe sind daher kein Beweis, dass Ihr Smartphone gehackt wurde. Auch die Behauptung, einmaliges Abheben führe zwangsläufig zu weiteren Anrufen, lässt sich daraus nicht ableiten. Vermeiden Sie trotzdem längere Gespräche mit erkennbar unseriösen Anrufern. Sie müssen weder Ihre Identität bestätigen noch erklären, warum Sie auflegen.
Was Sie am Telefon nicht tun sollten
Geben Sie unbekannten Anrufern keine Passwörter, PINs oder TANs weiter. Eine TAN ist ein Bestätigungscode, mit dem sich beispielsweise eine Zahlung freigeben lässt. Auch einen Code aus einer SMS sollten Sie nicht vorlesen, nur weil jemand angeblich Ihre Identität prüfen muss.
Überweisen Sie kein Geld auf ein angebliches Sicherheitskonto. Lassen Sie sich auch nicht dazu bewegen, eine Zahlung in Ihrer Banking-App zu bestätigen, um angeblich eine andere Zahlung zu verhindern. Die Polizeiliche Kriminalprävention warnt vor Telefonbetrug, bei dem sich Täter unter anderem als Bankmitarbeiter oder Polizeibeamte ausgeben.
Installieren Sie keine App auf Anweisung eines unbekannten Anrufers und erlauben Sie keinen Fernzugriff. Dabei könnte die andere Person Ihr Gerät von außen bedienen. Die Polizei beschreibt diese Vorgehensweise bei falschen Support-Mitarbeitern. Manche versuchen, an Daten zu gelangen oder Geld für eine erfundene Reparatur zu verlangen.
Ähnliche Behauptungen können auf dem Bildschirm erscheinen. Dazu passt unser Artikel über angebliche Viren, ein gehacktes Google-Konto und vollen Speicher. In beiden Fällen lohnt sich dieselbe Frage. Woher stammt die Meldung, und lässt sich das behauptete Problem unabhängig prüfen?
Was ist zu tun, wenn Sie bereits reagiert haben?
Sie haben nur abgehoben oder eine Taste gedrückt
Beenden Sie das Gespräch. Aus diesem Vorgang allein folgt nicht, dass jemand Ihr Konto übernommen hat. Bei den beschriebenen Bandansagen beginnt die eigentliche Gefahr häufig erst im anschließenden Gespräch, wenn Daten, Geld oder eine Installation verlangt werden. Notieren Sie, was tatsächlich passiert ist, bevor Sie weitere Schritte unternehmen.
Sie haben die Nummer zurückgerufen
Prüfen Sie Ihre Verbindungsübersicht und später die Telefonrechnung. Die Kosten hängen von der gewählten Nummer und Ihrem Tarif ab. Bei auffälligen Beträgen wenden Sie sich an Ihren Anbieter. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie sich Rückruffallen und bereits verfügte Rechnungsverbote prüfen lassen. Bezahlen oder verweigern Sie strittige Beträge nicht allein aufgrund einer Vermutung, sondern lassen Sie den konkreten Fall klären.
Sie haben Zugangsdaten genannt oder Geld freigegeben
Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank beziehungsweise den betroffenen Zahlungsdienst über einen vertrauten Kontaktweg. Lassen Sie gefährdete Zugänge sperren und besprechen Sie, ob eine Zahlung noch gestoppt oder zurückgeholt werden kann. Ändern Sie betroffene Passwörter über die echte Kontoseite auf einem vertrauenswürdigen Gerät. Bei Betrugsverdacht erstatten Sie Anzeige. Die Checkliste von Polizei und BSI zum Onlinebanking-Betrug hilft bei den nächsten Schritten.
Sie haben eine App installiert oder Fernzugriff erlaubt
Trennen Sie das betroffene Gerät vom Internet. Nutzen Sie es zunächst nicht für Bankgeschäfte. Lassen Sie fachkundig prüfen, welche Anwendung installiert und welcher Zugriff erlaubt wurde. Ändern Sie gefährdete Passwörter von einem anderen, sicheren Gerät aus und informieren Sie betroffene Zahlungsdienste. Ein bloßes Auflegen macht bereits erteilte Zugriffe nicht rückgängig.
Wie lassen sich unerwünschte Anrufe begrenzen?
Eine einzelne Nummer zu sperren ist ein sinnvoller Anfang. Wenn die Anrufer ständig wechseln, reicht das allerdings oft nicht. Dann helfen je nach Gerät ein Spamschutz oder die Prüfung nicht gespeicherter Nummern. Kein Filter erkennt jeden Betrugsversuch zuverlässig.
Speichern Sie zuerst wichtige Kontakte, etwa Ihre Arztpraxis. Prüfen Sie nach einer Änderung regelmäßig die Anrufliste und die Mailbox. Sonst kann auch ein erwünschter Rückruf unbemerkt bleiben. Die folgenden Menüwege wurden anhand der aktuellen Herstellerhilfen geprüft. Auf älteren Geräten oder mit einer anderen Telefon-App können Bezeichnungen abweichen.
Anrufe auf dem iPhone blockieren oder prüfen
Eine bestimmte Nummer sperren
- Öffnen Sie die App Telefon und die Anrufliste.
- Öffnen Sie die Angaben zum betreffenden Anruf. In der klassischen Ansicht tippen Sie auf das i neben der Nummer.
- Scrollen Sie nach unten und wählen Sie „Anrufer:in blockieren“. Bestätigen Sie die Sperre, falls danach gefragt wird.
Die Apple-Anleitung zum Blockieren von Rufnummern zeigt den aktuellen Weg. Blockierte Anrufer können weiterhin eine Voicemail hinterlassen; darüber erhalten Sie keine Mitteilung.
Nicht gespeicherte Nummern vor dem Klingeln prüfen
- Öffnen Sie Einstellungen, dann Apps und Telefon.
- Wählen Sie Unbekannte Nummern überprüfen.
- Mit Nach Grund des Anrufs fragen wird zunächst nach dem Anliegen gefragt. Mit Stummschalten gelangen solche Anrufe ohne Klingeln zur Voicemail.
Das betrifft nicht nur Auslandsnummern, sondern nicht gespeicherte Nummern allgemein. Die zusätzliche Option „Unbekannte Nummern“ unter „Anruffilterung“ sortiert Anrufe dagegen in eine eigene Liste. Sie ist nicht dasselbe wie Stummschalten. Verfügbarkeit und Verhalten hängen unter anderem von Software und Region ab; beim Roaming prüft das iPhone Anrufe laut Apple nicht. Einzelheiten stehen in der Apple-Hilfe zu unbekannten Anrufern.
Android mit der Telefon-App von Google
Android-Handys verwenden unterschiedliche Telefon-Apps. Diese Schritte gelten für die Telefon-App von Google. Bei einem Samsung-Gerät mit der Samsung-Telefon-App lesen Sie im nächsten Abschnitt weiter.
- Öffnen Sie die Telefon-App und tippen Sie auf die drei Punkte.
- Gehen Sie zu Einstellungen und Anrufer-ID und Spam.
- Aktivieren Sie Anrufer- und Spam-ID anzeigen. Wenn angeboten, können Sie zusätzlich Spamanrufe herausfiltern einschalten.
Die Filteroption ist nicht auf jedem Gerät vorhanden. Bei Geräten mit automatischem Anruf-Filter wird sie anders verwaltet. Google kann für den Spamschutz Informationen zu Anrufen verarbeiten. Erläuterungen finden Sie in der offiziellen Hilfe zu Anrufer-ID und Spamschutz.
Eine einzelne Nummer sperren Sie, indem Sie den betreffenden Eintrag in der Anrufliste öffnen und Blockieren/Spam melden wählen. Je nach App-Version finden Sie die Liste auf der Startseite der Telefon-App oder über das Dreipunkt-Menü.
„Unbekannt“ heißt bei Google nicht „nicht in meinen Kontakten“. Unter „Einstellungen“, „Blockierte Nummern“, „Unbekannt“ werden private oder nicht identifizierte Nummern blockiert. Eine angezeigte ausländische Nummer kann weiterhin durchkommen, auch wenn sie nicht gespeichert ist. Das stellt Google in seiner Anleitung zur Nummernsperre ausdrücklich klar.
Samsung mit der Samsung-Telefon-App
Bei Samsung heißen einige Menüpunkte anders. Für eine einzelne Nummer öffnen Sie Telefon, tippen auf die drei Punkte und gehen zu Einstellungen, dann Nummern sperren. Über Letzte können Sie einen Anruf auswählen. Alternativ tragen Sie die vollständige Nummer ein.
Den zusätzlichen Schutz finden Sie in den Einstellungen der Telefon-App unter Anrufer-ID und Spam-Schutz. Schalten Sie die Funktion ein und lesen Sie gegebenenfalls die angezeigten Hinweise zur Datenverarbeitung. Samsung nennt diesen Dienst auch Smart Call. Funktionen können je nach Modell und Land abweichen.
Die Samsung-Anleitung zum Sperren von Telefonnummern enthält die einzelnen Schritte. Eine Sperre in der Telefon-App gilt nicht automatisch für WhatsApp oder andere Messenger. Dort müssen Sie unerwünschte Kontakte zusätzlich in der jeweiligen App blockieren.
Was hilft am Festnetz und bei einer FRITZ!Box?
Ist Ihr Festnetztelefon an einer FRITZ!Box angeschlossen, können Sie unerwünschte Anrufer auch dort sperren. Öffnen Sie die Benutzeroberfläche Ihrer Box und suchen Sie unter Telefonie, Rufbehandlung nach Rufsperren. Wählen Sie eine Sperre für ankommende Anrufe und tragen Sie die betreffende Nummer ein. Die genaue Oberfläche hängt vom Modell und der FRITZ!OS-Version ab.
Die FRITZ!Box kann auch ganze Rufnummernbereiche sperren. Damit schließen Sie allerdings sämtliche Anrufer aus diesem Bereich aus, einschließlich erwünschter Kontakte. Der Hersteller erläutert die Möglichkeiten im Beitrag Unerwünschte Anrufe mit der FRITZ!Box sperren.
Eine Sperre für eingehende Anrufe verhindert nicht automatisch einen teuren Rückruf. Dafür ist eine gesonderte Sperre ausgehender Verbindungen nötig. Fragen Sie Ihren Telefonanbieter, welche Nummern oder Bereiche sich bei Ihrem Anschluss sperren lassen. Einen einheitlichen Schalter, der auf jedem Handy zuverlässig alle Auslandsanrufe unterbindet, gibt es in den hier beschriebenen Einstellungen nicht.
Wo kann ich die Anrufe melden?
Notieren Sie Datum, Uhrzeit und die angezeigte Rufnummer. Schreiben Sie kurz auf, ob nur geklingelt wurde, eine Ansage lief oder jemand mit Ihnen gesprochen hat. Ein Bildschirmfoto der Anrufliste kann hilfreich sein. Halten Sie auch fest, ob Sie zurückgerufen haben.
Die Beschwerdeseite der Bundesnetzagentur führt zu den passenden Formularen, unter anderem für belästigende Anrufversuche, Ping-Anrufe, Bandansagen und unerlaubte Werbung. Eine Meldung schaltet die Nummer nicht sofort ab, liefert der Behörde aber Hinweise für ihre Arbeit.
Wenn Geld verloren ging, Zugangsdaten abgefragt wurden oder ein konkreter Betrugsversuch vorliegt, wenden Sie sich zusätzlich an die Polizei. Eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur ersetzt keine Strafanzeige.
Was Sie sich für den nächsten Anruf merken können
Eine fremde Vorwahl allein sagt wenig darüber aus, wer anruft. Sie müssen einen unerwarteten Anruf trotzdem nicht annehmen und einen verpassten Anruf nicht aus Höflichkeit zurückrufen. Werden Sie unter Druck gesetzt, dürfen Sie das Gespräch jederzeit beenden.
Prüfen Sie angebliche Probleme über die echte App oder eine bekannte Telefonnummer. Geben Sie keine geheimen Codes weiter und installieren Sie nichts auf Zuruf. Mit einer passenden Rufnummernsperre können Sie anschließend für mehr Ruhe sorgen, ohne vorschnell alle unbekannten Kontakte auszuschließen.
Die verlinkten Hinweise stammen von der Bundesnetzagentur, Verbraucherzentralen, der Polizeilichen Kriminalprävention sowie den jeweiligen Geräteherstellern. Menüs können sich mit Updates ändern. Weitere Beiträge finden Sie unter Aktuelles.
